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Prototyp pruefen

Hass im Netz & Cybermobbing

  1. Selbstschutz: Blockieren, Melden, Privatsphäre-Einstellungen prüfen. Sich nicht auf Provokationen einlassen.
  2. Beweise sichern: Screenshots mit Zeitstempel, Links, Chatverläufe, Benutzernamen. Nichts löschen bevor Beweise gesichert sind.
  3. Hilfe holen: Vertrauensperson informieren (Eltern, Lehrer, Freunde). Beratungsstellen kontaktieren.
  4. Plattform melden: Inhalte über die Meldefunktion der Plattform melden.
  5. Bei strafrechtlicher Relevanz: Anzeige bei der Polizei mit gesicherten Beweisen.
Was sichernWie
ScreenshotsVollständig mit URL, Datum/Uhrzeit, Benutzername des Absenders
ChatverläufeExport-Funktion der App nutzen (WhatsApp, Telegram, Discord etc.)
Profil-InformationenScreenshot des Profils der handelnden Person
LinksVollständige URLs kopieren und speichern
E-Mail-HeaderBei E-Mail-Belästigung: vollständigen Header sichern
FormBeschreibung
CybermobbingWiederholte Belästigung, Bedrohung oder Bloßstellung über digitale Kanäle
HasspostingsHerabwürdigende oder aufhetzende Inhalte gegen Personen oder Gruppen
DoxxingVeröffentlichung persönlicher Daten ohne Einwilligung
IdentitätsmissbrauchFake-Profile im Namen einer anderen Person
RachepornografieVerbreitung intimer Aufnahmen ohne Einwilligung
CybergroomingAnbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen

Hasspostings können unterschiedliche Rechtsfolgen haben — zivilrechtlich, strafrechtlich oder medienrechtlich. Relevante Straftatbestände umfassen unter anderem:

  • Cybermobbing (§ 107c StGB): Fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems
  • Verhetzung (§ 283 StGB): Aufstachelung gegen bestimmte Gruppen
  • Gefährliche Drohung (§ 107 StGB): Bedrohung mit Gewalt oder schweren Nachteilen
  • Üble Nachrede / Beleidigung (§§ 111, 115 StGB)

Detaillierte Informationen: BMJ — “Gewalt im Netz / Hass im Netz” (justiz.gv.at).

Neben rechtlichen Schritten kann aktive Gegenrede ein wichtiges Mittel sein:

  • Solidarität mit Betroffenen zeigen
  • Hasskommentare sachlich widerlegen
  • Positive Gegennarrative setzen
  • Plattform-Richtlinien einfordern
  • Support Mode “Online-Belästigung”: Checkliste (Blockieren → Beweise → Hilfe → ggf. Anzeige) direkt in der App
  • Beweispaket-Export: Strukturierte Zeitleiste mit Zeitstempel, App/Plattform, Links und Notizen (keine Chat-Inhalte als Default)
  • Guardian-Alarm: Im Family Mode werden Erziehungsberechtigte bei Aktivierung des Support Mode informiert
  • Guidance Card: Kontextbezogene Handlungsempfehlungen mit Verweis auf Beratungsstellen
StelleKontaktZuständigkeit
#GegenHassimNetzzfrauenberatung.at/gegen-hass-im-netzBeratung und Prozessbegleitung
Meldestelle Internetkriminalitätagainst-cybercrime@bmi.gv.atStrafanzeige
Internet-Ombudsstelleombudsstelle.atZivilrechtliche Schlichtung
ISPA Stoplinestopline.atMeldung illegaler Inhalte
Kija (Kinder- und Jugendanwaltschaft)Bundesland-abhängigKinderschutz